Hauptmenü
feed-image

Die schöne Zeit ist fast vorbei

Kedves Anyàk ès Apàk!

Der vorletzte Tag im Ferienlager ist immer ein ganz besonderer Tag. Plötzlich fällt euren lieben Kleinen und Großen ein, was sie noch alles unbedingt machen wollten. Karten schreiben zum Beispiel. Oder ein Mitbringsel für euch besorgen.

Doch der Reihe nach.

Wir sind inzwischen morgens immer so müde, dass wir wirklich erst kurz vor dem Frühstück aus den Betten krabbeln. Selbst unsere sonst so gestylten Mädels erscheinen ohne Mäkab und ohne Haarstyling am Frühstücksbüffet. Bei den kleineren Jungs haben wir uns an diesen Anblick ja schon länger gewöhnt. Kein Wunder also, dass die freundlich vorgetragenen Informationen für den Tagesablauf in den Gehirnen nicht mehr ankommen.Die Ansage lautete: "Vormittags wird gebadet, gespielt und gebastelt. Die letzten Postkarten müssen geschrieben werden. Ihr könnt nach dem Frühstück euer Geld abholen und in die Stadt gehen. Nach dem Mittagessen werden die Sachen gepackt. Draußen bleiben die Badesachen, alles was ihr für die Körperpflege braucht und die Sachen für die Heimfahrt." 

Was davon angekommen ist, werde ich euch jetzt berichten. Und noch so einiges am Rande.

Nach dem Frühstück waren irgendwie fast alle Mädchen und Jungen verschwunden. Aus den Zimmern schallten Diskussionen und Hilferufe. "Wo ist meine zweite Socke. Wer hat mein T-Shirt gesehen? Wie bekomme ich das nur alles in den Koffer? Und und und. Statt also das super Sonnenwetter zu nutzen, begannen alle gleich mal mit der Packerei. Einige waren binnen kürzester Zeit fertig, andere saßen in einem riesigen Berg von Klamotten, der sich mitten im Zimmer türmte, und suchten ihr Eigentum.Eine ganz clevere aus dem Thüringer Land, war praktisch schon fertig, bevor es losging. Sie hatte nämlich überhaupt nicht ausgepackt.

In einigen Zimmern zogen die Kinder gleich noch die Betten ab. Ob die wohl heute Nacht eine andere Schlafgelegenheit suchen wollten? Pippin, Gottlieb und Kulle wollten unbedingt den jüngeren Knaben beim Packen helfen. Oh je, welch todesmutige Entscheidung! Gottlieb musste hinterher dringend in die Stadt seine Lieblingskekse mit Klecks kaufen, um das Trauma zu bewältigen. Kulle stürzte sich in die Fluten des Balaton und Pippin brach weinend auf seinem Bett zusammen und benötigte viel Trost und Zuspruch.

Bei den Mädels ging das, glaube ich zumindest, ruhiger zu. Ottilie, Schlapperplapper und Schwester Agnes schienen ganz entspannt. Ich konnte ja leider nicht in die Mädchenzimmer zum Beobachten. Obwohl, wenn ich es richtig bedenke, Schlapperplapper ist heute ziemlich lange und ganz freiwillig baden gegangen. Ob da doch so ein Chaos war?

Bei Sigi, unserer Hausbank, klappte beständig die Tür. Die letzten Geldreserven wurden abgeholt. Wobei ich sagen muss, es gibt viele Kinder, die fast nichts von ihrem Geld ausgegeben haben. So viel Sparsamkeit muss belohnt werden liebe Elternteile. 

Irgendwann am frühen Nachmittag waren dann endlich die letzten Karten geschrieben und bei der Post abgegeben. Und alle Kinderlein waren am oder im Balaton. Es wurde gespielt, getobt, gebastelt und na klar, es wurden Stullen mit Streifenhörnchen und epèrlekvàr gefuttert.

Schwupp die wupp war die Zeit zum Abendessen da. Und alle waren von den Anstrengungen des Tages hungrig.

Und wie es so am letzten Abend im Ferienlager ist, Abschlussdisco stand auf dem Plan. Für uns Jungen kein Problem. Für die Mädchen eine Herausforderung. Wie bekommt man in nur 1 Stunde ein super Outfit und Mäkab hin?

Mit Verspätung, aber obersuper Stimmung begann dann unsere Disco. Und ich kann euch sagen, da hobelte der Bär. Es wurde getanzt, dass der Schweiß in Strömen lief. Der weltberühmte DJ Lockie (für uns werden eben weder Mühen noch Kosten gescheut) brachte selbst die Gelangweiltesten zum Tanzen. Und das war ein Gekreische und Gejohle. Pippin, Schlapperplapper und Schwester Agnes haben schon plattgetanzte Füße. Kennt ihr das Märchen von den zertanzten Schuhen? Pippin wird euch jetzt bestätigen können, dass es kein Märchen ist. Er fährt mit 2 Paar weniger nach Hause. 

Ihr fragt euch sicher, was haben denn Paule, Kulle, Ottilie und ich gemacht während der Party. Ganz einfach. Wir haben gearbeitet. Paule hat unseren Busfahrer verköstigt und zum Hotel gebracht, damit wir morgen Abend sicher nach Hause fahren können. Kulle hat den Tröster gespielt für die Jungs, die mit ihrem Liebeskummer nicht allein fertig werden konnten, Ottilie und ich haben schon mal angefangen, den Gruppenraum aufzuräumen und die Kisten zu packen.

Übrigens gab es heute natürlich auch wieder Zoff. Schlüssel waren weg und wurden wiedergefunden. Und der Höhepunkt vom Ganzen war die Auspackaktion im Schweinestall des Jahres 2019.

Hier hatten sich nämlich die Mädchen schon länger immer wieder beschuldigt, dass ihre Sachen weggefunden worden seien. Da hatte Sigi heute genug davon und ließ alle 5 Bewohnerinnen nacheinander im Beisein der Mitbewohnerinnen die Koffer Stück für Stück auspacken. Kein einziges Stück fremden Eigentums wurde in irgendeinem Koffer gefunden. Und jetzt denkt ja nicht, dass damit die Geschichte zu Ende ist. Vorhin hörte ich, dass eine ihre Jacke im Koffer der Anderen gesehen hätte und noch eine ihre Schlüppis. Kann ja aber wohl nicht sein. Bei der Auspackaktion war nichts davon bemerkt worden. Mädchen können schon anstrengend und komisch sein.

Also meine Lieben, ich bleibe wohl doch lieber noch ein bisschen frei und ungebunden. Dieses Reinindiekartoffeln und Rausausdenkartoffeln ist für euren lieben Otto einfach nichts.

So, jetzt mache ich mal auch Feierabend. Sonst verpasse ich noch die vielen Streiche der letzten Nacht.

 

Bis morgen. Jò èszerkat Euer Otto

 

 

Kommentare   

#2 Alexandra Heyer 2019-07-20 20:14
Gute Heimreise und lieber otto es war ein Genuss jeden Tag deine Berichte zu lesen!!!
Zitieren
#1 Jana Eckner 2019-07-19 22:25
Ich wünsche Euch allen eine gute Heimreise.
Leider sind die 14 Tage schon vorbei.
S
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren